Am Dienstag, den 04. Juli fahren wir weiter. Unser nächstes Ziel ist Neumagen-Dhron. Unterwegs erreichen wir die Hafenmeisterin und können uns einen Platz in der Marina Mittelmosel sichern. Bis dorthin sind es 47 km und zwei Schleusen stromabwärts. An der einen Schleuse können wir den Schleusenwärter überzeugen, uns mit der Großschleuse zu schleusen. An der zweiten Schleuse klappt das nicht. Wir haben das Gefühl, es ist der Schleusenwärter, bei dem Frank mehr oder weniger die Schleusung in der Großschleuse erzwungen hat. Wir werden an die Bootsschleuse verwiesen – warum – Vorschrift! Vor uns warten schon Niederländer, welche wir in Metz kennengelernt haben. Beide Boote passen nicht in die nur 18m lange Schleuse. Wir warten letztendlich geschlagene 2 Stunden, um einfahren zu können. Es ist sehr eng. Wir haben die Fender noch mal etwas umgehängt. Wir sind auf beiden Seiten des Bootes fast an der Schleusenwand. Es geht, verlangt aber hohe Konzentration. Über Funk bekommen wir mit, dass mehrere andere Freizeitboote mit der Großschleuse geschleust werden. Vielleicht waren die ja deutlich breiter als wir. Ein anderes Boot zu Berg musste auch in die Bootsschleuse und sollte alle Fender abmachen. Zum Glück waren Start- und Endposition beim Schleusen so, dass die Scheuerkante nicht über die Schleusenwand hinausragte. Auch wenn die Landschaft durch die wir fuhren, wunderschön war, war Frank kaum zu besänftigen. Überall, wohin das Auge schaut, sind Weinberge zu sehen. Auch die Fotos können die Ausstrahlung des Moseltals kaum einfangen.










Gegen 15 Uhr sind wir dann auf unserem Liegeplatz in Neumagen-Dhron fest. Die Hafenmeisterei öffnet wieder um 16 Uhr. Unmittelbar am Hafen gibt es ein schönes Restaurant. Wir haben ziemlichen Hunger und gehen gleich essen. Frank versucht am Nachmittag noch mal ein paar Schritte mit in den Ort zu gehen, aber das klappt nicht. Der Fuß schmerzt zu sehr. Ich durchstreife alleine den ältesten Weinort Deutschlands, deren Winzer schon den Römern Pacht zahlen mussten. Auf Tafeln ist die jetzige Bebauung, animiert mit Bauwerken des damaligen römischen Kastells, abgebildet. Man kann sich alles gut vorstellen. Einige Straußenwirtschaften sind geöffnet. Ich konnte mich noch an ein Detail dieses Ortes erinnern. Vor ca. 28 Jahren haben wir mit unseren Kindern eine Radtour an der Mosel von Trier nach Koblenz gemacht. Wir hatten alle unser Gepäck dabei und übernachteten fast ausschließlich in Jugendherbergen. Diese waren immer oberhalb der Ortschaften am Berg. Ich erinnere mich, dass wir durch diesen Ort wahrscheinlich nur durchgefahren sind. Aber am Weinschiff, einem weltweit bekannten Grabmal eines römischen Weinhändlers von 220 v.Chr. haben wir ein Foto gemacht. Inzwischen wurde das Weinschiff aus Holz nachgebaut und ist für einen Ausflug auf der Mosel buchbar.









Am Mittwoch entscheiden wir, im Hafen zu bleiben. Ein kräftiger Wind mit sturmartigen Böen ist aufgezogen. Nur wenige bewegen ihre Boote. Der Eigner eines Stahlbootes berichtet uns später, dass er wegen des Windes in der Schleuse quergestanden hat. Da ist man im Hafen besser aufgehoben. Ich nutze die Zeit, um Wäsche zu waschen. Für 8,50 EUR kann ich 2 Maschinen waschen und auch trocknen. Das ist günstiger als in Frankreich. Dafür kostete Duschen 2 EUR für 5 Minuten. Am Nachmittag fahren wir ein Stück mit dem Rad. Damit kommt Frank gut klar. Der Weg führt uns mitten durch die Weinberge bis nach Piesport. Man kann sich gar nicht satt sehen. In einer Straußenwirtschaft nehmen wir ein Glas Wein vom Winzer, bevor wir uns auf den Rückweg machen.






Am Donnerstag ist wieder ruhiges Wetter, mit angenehmen Temperaturen, knapp über 20 Grad. Wir haben nur eine Schleuse, die wir in der Großschleuse nehmen können. Schon gegen Mittag sind wir im Hafen von Bernkastel-Kues. Der Hafen dient auch als Nothafen. Nachmittags machen wir die Fahrräder fertig und fahren in den Ort. Der Hafen liegt auf der Seite des Ortsteils Kues. Am rechten Flussufer liegt der Ortsteil Bernkastel. Bernkastel hat viele restaurierte Häuser aus dem Mittelalter. Der Marktplatz mit dem Brunnen ist eine Augenweide. Auch an diesen Brunnen konnte ich mich erinnern. Zu Hause werde ich mir die alten Bilder noch mal anschauen. Überall kann man Kaffee und Wein trinken und es sich im Restaurant gut gehen lassen. Vieles ist auf die Touristen abgestellt, die in großer Zahl die Stadt erobert haben. Um einen Wein zu trinken, wollten wir aus dem Trubel raus. Aber in Kues sind wir auch nicht zum Zuge gekommen, so dass wir unseren Wein an Bord genommen haben. Morgen geht es weiter nach Traben- Trarbach.














